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Es gab eine Zeit wo ich von mir selber sagte das ich zu feige sei mich umzubringen, das ich zu sehr am Leben hänge und nicht den Arsch in der Hose hätte es zu tun. Doch einmal in meinem Leben war ich an dem Punkt angekommen wo ich mir eingestehen musste das ich keine Angst davor hatte mich umzubringen, sondern mehr Angst als jemals zuvor davor weiterzuleben. Panische Angst vor dem neuen Tag, vor den Leuten egal ob fremd oder bekannt!

10.07.05

Es ist so einfach sich an den Tag, die Umstände und den Ablauf zu erinnern, nun da mein Kopf die Erinnerungen nicht mehr sperrt und doch ist es so schwer es in Worte zu fassen, denn auch wenn Worte viel ausdrücken können können sie noch lange nicht beschreiben was man in so einem Moment spürt, aber ich versuche es zu mindest, schon alleine um einigen hier vielleicht auch helfen zu können oder sie zu warnen. Jeder abgeschreckte Mensch oder jeder der Mut fasst beudeutet für mich einen kleinen Sieg, egal ob ich den oder die jenige kenne oder nicht! Mein Mann war vor einigen Tagen in die Psychiatrie eingeliefert worden nachdem er mich wieder einmal in einer Psychiose angegriffen hatte, diesmal war ich recht gut dabei weggekommen, hatte anscheinend nur eine gebrochene Rippe, die man gut verstecken konnte. Es war Freitags, in der selben Woche Monatgs hatte ich meinen ersten Tag in der Tagesklinig in Heiligenhaus. Eigendlich gefiel es mir da auch wenn es schwer war das erste mal in seinem Leben alles was schief lief auferlegt zu bekommen. Durch das alles hatten auch die Rückfälle extremst zugenommen in denen ich mich geschnitten habe.

Meist zwei mal am Tag sogar weil ich das alles einfach nicht mehr hören wollte und konnte, ich wusste genau das alle Recht hatten, wusste das mit mir was schief lief aber wollte es nicht hören, oder konnte es nicht hören weil ich dadurch anfing nachzudenken und endlich sah wie weit es die ganzen Jahre über mit mir gekommen war. Freitags sahs ich dann zu Hause, gerade erst von der Tagesklinik Heim gekommen, ich musste irgendwas tun um meine zitternden Hände zu beruhigen, andauernd klingelte das Telefon und ich wusste genau das es mein Mann war der mir unter seinen starken Medikamenten wieder irgendwas an den Kopf knallen wollte. Telefonterror vom feinsten.

In der Zeit wo er (Falko) in der Psychiatrie war wohnte mein damaliger bester Freund Mike bei mir, weil ich alleine einfach nicht zurecht kam. Der war aber zu der Zeit gerade am arbeiten und ich wusste das er vor 23 Uhr nicht nach Hause kam, irgendwann habe ich angefangen mein Wohnzimmer von hellblau in hellgrau zu streichen. Ich wollte und musste mich ablenken, meine Arme schmerzten von den ganzen Schnitten der letzten Tage, jedes mal wenn ich das Handgelenk nach oben streckte rissen an der unteren Seite des Armes wieder die Schnitte auf, ich bekam aber garnicht wirklich mit wie das Blut meine Arme runter lief, irgendwie wie in Trance hatte ich dann das Wohnzimmer innerhalb einiger Stunden gestrichen, die Musik ganz laut aufgedreht. Irgendwann habe ich dann aber nachgegeben, ich wollte gerade die letzte Ecke des Wohnzimmers streichen als wieder das Telefon klingelte. Ich ging diesmal ran und wie sollte es auch anders sein war es Falko, er hat mich angeschrien das ich Schuld sei das er nun wieder in der Psychiatrie sei und das er mir das alles heimzahlen würde.

An sich machte mir das alles nicht wirklich viel aus was er sagte auch die Morddrohungen die er aussprach doch irgendwann hab ich dann abgeschaltet, als er das wichtigste anging was ich noch besahs, meinen Hund. Seit er mir damals meine Tochter aus dem Leib geprügelt hat und den Hund fast totschlug war das Stück Fell das einzige was ich noch besahs weil ich ja auch nicht mehr raus ging. Er drohte mir sie vor meinen Augen zu killen. Mein Kopf stellte sich vollkommen aus, ich lies das Telefon einfach fallen, setzte mich aufs Sofa und nahm einen Block zur Hand. Es kam mir vor als würde ich Stunden über dem Block sitzen, den Stift in der Hand, ich wusste nicht was ich schreiben sollte, wusste noch nicht mal was ich schreiben wollte, alles an mir fühlte sich so seltsam an, ich ignorierte das ganze Blut was mir immer noch die Arme runter lief, nicht zuletzt weil ich mich agressiv wärend des Telefonats hineingekrallt hatte um nicht laut los zu schreien.

Die Musik bekam ich nicht mehr wirklich mit, ich dachte ich müsste mittlerweile schon Seitenweise geschrieben haben aber dem war nicht so. Irgendwie hatte ich das Gefühl, egal was ich nun tun würde, sterben würde ich an diesem Tag so oder so, egal ob ich mithelfen würde oder nicht. Ich weiß noch wie ich aufstand und zum Schrank ging, von der Tagesklinik hatte ich genug Prometazin bekommen um mich 5 mal umzubringen, ich nahm aber noch Falkos Seroquel, 20 Stück, sicher war sicher. Nachdem ich mich wieder gesetzt hatte und alle Pillen aus dem Riegel gedrückt hatte und sie sauber auf einem Haufen zusammengelegt hatte starrte ich noch eine Zeit auf das Papier, sah dann auf die Uhr, bis Mike nach Hause kommen sollte waren noch einige Stunden, also war die Chance gering das er noch etwas hätte ändern können, das war gut wie ich fand.

Ich hatte es mir so schwer vorgestellt die Tabletten runter zu bekommen, dabei war es am Ende doch so unsagbar einfach, viel einfacher als ich dachte. 80 Prometazin und 20 seroquel waren schnell geschluckt, bevor ich dann endgültig anfing zu weinen, ich legte mich einfach auf die Couch, den einen Arm runterbaumeln lassend um den Hund der vor der Couch lag zu streicheln, dann setzte ich mich wieder, versuchte wieder etwas zu schreiben was mir auf der Seele brannte, dachte das Blatt füllt sich langsam. Alles um mich wurde auf einmal ruhig, zu ruhig, was mich einen Moment in Panik versetzte, tiefsitzende Angst wieder alleine zu sein, ich hatte das Gefühl als spürte ich Stundenlang wieder jeden einzelnen Schlaf von Falko die ich die ganze Ehe über ertragen hatte, alles schien weh zu tun, ich sah auf meine Arme und hatte die Vorstellung das jede einzelne Narbe wieder aufriss, jeder einzige Schnitt den ich mir in den Jahren zugefügt hatte schien für mich wieder aufzubrechen, ich kann mich noch erinnern wie mir schlecht wurde, ich torkelte ins Bad und versuchte mich zu übergeben was allerdings nicht funktionierte, dann lag ich mit einem mal wieder auf der Couch, ich hab meinen Hund irgendwo ganz weit entfernt winseln höre, obwohl sie mit mir auf der Couch lag, den Kopf auf meinem Bauch...

Dann wurde es einfach nur noch dunkel, ruhig und so befreiend. Ich spürte zwar immer noch diese Panik aber die schwand von Sekunde zu Sekunde, verzog sich einfach aus mir und ich wartete einfach nur noch bis es vorbei war! 11.07.05 Aber es war nicht vorbei! Es war an meinem Hochzeitstag als ich wieder aufwachte. Ich wusste nicht wo ich war und was geschehen war, ich spürte nur das ich nicht wirklich schlucken konnte, verfiel schnell wieder in die bekannte panik, versuchte mich irgendwie zu bewegen, was nicht ging, bis mir irgendjemand sagte das ich mich beruhigen sollte und mit einem mal wurde ich ruhiger, fast wie auf Drogen. Irgendwann schaffte ich es meine Augen aufzumachen und nachdem sie sich ans Licht gewöhnt hatten sah ich das ich im Krankenhaus lag, an einigen Schläuchen, meine Arme und Beine waren ans Bett fixiert. Wieder versuchte ich mich irgendwie zu bewegen, bis eine Schwester kam die dann veranlasste das mit der Schlauch aus dem Hals gezogen wurde, es war wiederwärtig, gerade für jemanden wie mich der Krankenhäuser verabscheute.

Als das dann geschehen war konnte ich mich auch endlich ordendlich umsehen, ich wünsche bis heute noch das ich es nicht getan hätte, denn mein bester Freund, meine Eltern udn meine Großeltern saßen draußen. Meine Mutter wustse nicht wirklich was mit sich anzufangen, war die ganze Zeit nur am heulen gewesen so wie es aussah, selbst mein Vater den ich immer als starke Person angesehen hatte schien mehr als nur aufgelöst, meine Oma war sowieso nur am weinen und mein Opa sah recht hilflos aus. Mike stand an eine Wand gelehnt, sah ausdruckslos gen Boden nur um meine Familie nicht ansehen zu müssen. Die Schwester lies dann alle rein, meine Mutter und meine Oma sahen mich einfach nur starr an, mein Vater und mein Opa standen hinter ihnen um da zu sein wenn was ist, Mike stand wieder abseits, die Nadel in meinem Arm fixieren um den Augen eine aufgabe zu geben. Ich erinner mich noch ganz genau an das was ich als erstes sagte! "Gehts Hexe gut?" Meine Stimme war nicht wirklich vorhanden durch den Schlauch.

Es tat weh im Hals und nun merkte ich auch die Magenschmerzen. Aber das war mir in dem Moment reichlich egal denn was anderes schoss mir durch den Kopf. Ich merkte erst in dem Moment das ich eine Familie hatte der ich noch was bedeutete, immerhin waren sie da, machten mir keine Vorwürfe oder sonst was sondern waren einfach nur froh das ich noch da war. Mein Vater und Mike hatten in der Nacht Falko im KH getroffen, sich was ausgedacht warum sie da seien um ihm nicht zu sagen das ich versucht hatte mich umzubringen, mein damaliger Betreuer allerdings wusste es, er hatte es Falko gesagt. Obwohl mein Vater dem Personal gesagt hatte das sie ihn nicht rein lassen sollten stand er mit einem mal mitten im Zimmer.

Das erste was er sagte war "Danke, wegen dir mussten sie meine Dosis an Medikamenten erhöhen weil ich total fertig bin wegen deinem Scheiß" weiter kam er nicht, weil mein Opa und mein Vater (beides nette Erscheinungen von 1,90 meter und recht breit) ihn förmlich aus dem Zimmer prügelten. Ich wollte einfach nur noch nach Hause und da Falko ja auf der 5 war sahen die Ärzte es ein mich nicht in die Geschlossene zu stecken was ein ganz normaler Vorgang gewesen wäre, ich durfte am selben tag noch nach Hause unter der Vorraussetzung weiter in die Tagesklinik zu gehen. Den ganzen Samstag und Sontag verbrachte ich eigendlich mit schlafen, mir war schlecht, schwindelig und ich machte mir so Vorwürfe, meine Oma war die ganze Zeit da, ich redete viel mit ihr, bis ich dann wieder in Tränen ausbrach, es tat mir so unsagbar leid, weil ich vergessen hatte das der Abend an dem ich die Pilen geschluckt hatte der Hochzeitstag meiner Großeltern war. Etwas was ihren Hochzeitstag auch heute noch überschattet und sie ihn deswegen nicht mehr feiern und das alles wegen mir!




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