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29.3.1998

Sweet 13... oh Goth ich kann mich heute noch so verdammt gut an diesen Tag erinnern. Mein Cousin Armin, seine Freundin Tanja und ihr Bruder Dennis hatten eine riesige Party geplant nur für mich. Ja für mich weil ich eine 1 in Mathe hatte. Ich weiß es ist etwas seltsam aber die drei waren einfach so, seltsam und doch einfach nur liebenswürdig. Tanja hatte mir ein Kleid geschenkt, es war Lila-schwarz, mit Samt und Spitze, passenden Handschuhen und einer Tasche. Armin hatte mir die lieblingskette seiner Oma geliehen und Dennis hatte das ganze Haus irgendwie in Lila schwarz eingerichtet. Es war traumhaft, gut eigendlich stand eh eine Party an weil Dennis nun gänzlich bei meinem Cousin und Tanja eingezogen war also quasie eine Einweihungsfeier.

Little Princess

Es war egal, ich war stolz wie Oskar und hab mich einfach megamäßig gefreut. So viele Leute die ich noch nicht mal kannte waren da und es war einfach nur schön, alle feierten und Armin schaffte es sogar mich noch verlegen zu machen als er vor allen meinte das wir ja heute auch noch meine 1 feiern. Ich muss ganz ehrlich sagen, egal ob Satanisten, was mein Cousin nunmal war oder nicht. Diese Leute haben mir als Kind die schönsten Momente beschafft wo meine Eltern es nicht hinbekommen hatten. Tanja schimpfte sich selbst Hexe und Dennis lebte eher nach dem Glauben der Kelten. Also eine Bunte Mischung und diese Mischung feierte an diesem Abend einfach ausgelassen, ohne Streit ohne Vorurteile und einfach nur mit Spaß. Es ging bis tief in die Nacht, bis dann endlich der letzte gegangen war.

Geschafft

Ich fiel halb tot in mein schickes Bettchen in Form eines Sarges was Dennis und Armin mir gebaut hatten und schlief sogar noch in meinem Kleid ein, so fertig war ich dann letztenendes. Doch irgendwie schlief ich unruhig, unrihiger als gewöhnlich. Ich wachte nach grad mal einer Stunde auf, zog mich um und krabbelte eine Tür weiter bei Dennis ins Bett und doch fand ich keinen Schlaf mehr. Alte Häuser knacken und knarzen an allen Ecken und Enden doch diesmal war es anders. Irgendwas lies mich unruhig werden, sehr unruhig sogar, was mich nach diesem entspannten Abend natürlich wunderte. Als ich runter wollte um mir noch was zu trinken zu holen fiel mir die Treppe im Flur auf, welche zum Speicher führte. Ich ging garnicht mehr runter sondern hoch auf den Speicher weil da Licht brannte.

Kehr um, geh nicht durch diese Tür Kleines!

Ja doch, es war wie in einem schlechten Film wenn man es sich heute noch mal überlegt. Ich wusste genau das da hinter der Türe was war, wusste das ich eigendlich wieder ins Bett gehen sollte aber ich konnte nicht oder wollte ich nicht? Die Frage stelle ich mir heute noch ab und an. Auf jeden Fall ging ich auf den Dachboden, lange brauchte ich nicht zu suchen um zu sehen wer da das Licht angemacht hatte, bzw wer auf die Idee kam mehrere große Kerzen anzuzünden.

Armin?

Er sahs da, zwischen den ganzen Kerzen, mit dem Rücken zu mir. Keine Regung kam von dem Mann den ich so unendlich liebte schon damals als Kind und heute als erwachsene Frau sogar in meinem Herzen noch mehr. Ich wusste es, die Luft roch nach Kerzenwachs, Staub und Blut. Ich blieb einfach nur an der Türe stehen und sah auf seinen Rücken, fast unendliche Sekunden stand ich da und musterte ihn, bis ich endlich Worte fand "es war nicht wegen meiner 1 und auch nicht Dennis Einweihungsfeier, es war deine Abschiedsfeier nicht wahr?" diese Worte, ich weiß nicht warum aber sie kamen einfach, sie waren einfach in dem Moment da und ich sprach sie aus. Dieser Blick, der Blick den er mir schenkte als er sich zu mir herrum drehte! Ich vergesse ihn niemals, andauernd schleicht er sich noch Nachts in meine Träume, verfolgt mich ab und an sogar am Tage. Es waren leere Augen die mich ansahen. Augen die ich nur funkelnd und strahlend kannte, voller Freude und Lebensmut, voller Liebe zu denen die Armin wichtig waren und nun? Nun waren sie leer, trüb, kalt und hoffnungslos traurig.

Halt mich! Bitte!

Mehr brauchte ich damals nicht zu wissen, mehr nicht zu hinterfragen, was ich huete bereuhe, ich habe noch so viele Fragen an ihn ab und an wenn ich mit meinem Leben nicht mehr klar komme. Aber damals wusste ich es sofort, ich sah ihn an und lächelte, oh verdammt ich lächelte wirklich als ich zu ihm ging, mich neben ihn setzte und ihn in den Arm nahm. erst da sah ich wirklich was los war, das er sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte, warum weiß ich nicht aber es war mir klar das es die letzten Minuten mit einem geliebten Menschen waren. Die letzten Minuten die ich in meinem Leben richtig genießen konnte. Ist es absurd oder pervers? Denn ich genoss es wirklich bei ihm zu sein. Er brauchte mich nur einmal anzusehen in dem Moment als er mich, so fest es noch ging in die Arme nahm das ich verstand keinen zu rufen, keine Anja, keinen Dennis und keinen Notarzt. Also blieb ich sitzen, neben Armin, neben meiner Seele und wartete. Auf sein Ende und auf meinen Anfang, den Anfang meiner Hölle.

Schlaf gut süßer Prinz!

Keine Ahnung wie lange es dauerte bis Armin in meinen Armen das Bewusstsein verlor, er sackte einfach irgendwann an meiner Brust zusammen, meine ganze Kleidung war schon voll Blut. Ekligerweise merkte ich zu dem Zeitpunkt wie angenehm der Geruch doch für mich war, gemischt mit dem Geruch des Kerzenwachses. Eine ganze Zeit spürte ich noch seinen Herschlag, spürte wie er immer ruhiger und ruhiger wurde, bis er dann erstarb und mit ihm meine Seele, zumindest ein großer Teil davon. Und so seltsam es auch klingen mag, als ich sein Herz nicht mehr spürte, legte ich Armin hin und schlief neben ihm ein. Bis ich am nächsten Tag geweckt wurde, von Dennis und einem Arzt.

Als ich ihn fand war er schon tot!

Noch nicht mal wirklich gelogen!!!!

Ich habe nie um dich geweint Armin, niemals nur eine Träne vergossen, in den ganzen Jahren nicht, auch wenn mein Herz immer noch nach dir schreit und meine Seele seine zweite Hälfte so sehr vermisst...




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